Buch: the mindful art of space making | #projectpan

Sonntag, 29. März 2026

Gerade erst habe ich die neue Episode von April Tandys Ausmist-Reihe auf YouTube gesehen, in der sie anderen dabei hilft, ihr Leben und ihre Wohnräume neu zu organisieren, weswegen sie den Beinamen the space maker trägt.
Passend dazu bin ich ich gerade mit ihrem ersten Buch durch, in welchem sie ihre Methode einmal schriftlich darlegt: und ich muss sagen...

GUT, daß ich ihre Videos kenne, sonst wüßte ich mit dem, was ich da gelesen habe, wenig anzufangen!




Zuallererst: es kann sein, daß es schlicht daran liegt, daß ich kein englischer Muttersprachler bin und mir die Erkenntnisse von April deswegen nicht so gut ins Blut übergingen wie bei Angela, aber ich habe auch ein paar Kriterien ausgemacht, die mir in einem Sachbuch wichtig sind und die April nicht erfüllt hat.


1. Mangelnde Übersichtlichkeit

  • langatmige Überschriften statt aussagekräftiger und kurzer (bereits in der Inhaltsangabe)
  • wenig harte Fakten, dafür viel blumige Füllworte


2. Fehlende Bildhaftigkeit

  • keine Grafiken
  • keine Bilder
  • keine Listen zum Abstreichen, optisch vom Text gut getrennt


3. Roman-Layout statt Sachbuch-Charme

  • Fließtext bis in die Unendlichkeit
  • Erklärendes von Handlungsanleitungen nicht optisch voneinander abgetrennt




Mein Eindruck: hier hatte jemand viel zu sagen bzw. erzählen und wusste nicht, wie er sich dabei begrenzen sollte. 
Vieles wird wiederholt, vieles wird langatmig und blumig beschrieben, statt zum Punkt zu kommen und wenig bis gar nichts wird belegt und gezeigt (durch Beispiele nicht nur in Wort, sondern auch Bild), sondern nur behauptet und... erzählt. Ja, es ist ein Erzählband, weniger ein Sachbuch und die guten Tipps musste ich mir eher mühsam extrahieren.

Dieser Eindruck kann natürlich schlicht daher stammen, daß ich sehr gern Sachbücher mit einem Mix aus unterschiedlichen Medientypen (Text - Bild - Grafik - Tabelle - etc.) lese und meine Romane gerne ohne Bilder habe :) Und hier fiel es mir eben deutlich schwerer, mich in ihre Technik hineinzudenken als bei Angela: das kann also an der reinen Präsentation (Layout) oder aber auch an Aprils Art und Weise, Dinge darzulegen, liegen.


 
Fließtext-Charme

Und das ist sehr schade! Denn für all diejenigen, die wie ich schon einmal mit dem ersten Rundgang durch ihr Haus durch sind, sind die Tipps von April Gold wert, um z.B. die sehr grundlegenden Techniken von Angela zu ergänzen. Ich würde das Buch von April deswegen in die Kategorie: nicht für Anfänger (die werden sich nur am Kopf kratzen ^.^, wie das jetzt gehen soll), aber perfekt für Fortgeschrittene geeignet! 

ALLEIN - und allein mit diesem Buch - auszumisten und neu zu organisieren halte ich persönlich, ohne sich z.B. zur Veranschaulichung der blumigen Worte von April die dazugehörigen Videos reinzuziehen, eher für schwer möglich bis unmöglich. Denn die Verkörperung des Ganzen ist es, die uns allen, die zögern anzufangen, fehlt. Wir hatten kein gutes Vorbild: es gab nie jemanden, der uns gezeigt hat, wie man es macht und das es überhaupt geht - und nur deswegen sitzen wir ja im Chaos und nicht an geoordneten Schreibtischen. Diese Lücke füllen kann ein Vorzeige-Format wie ein Video oder ein Mitmachformat wie eine sehr gut geschriebene und stark aufs Anleiten zum jetzt-selbst-machen (in kleinen Schritten) fokussierte Verschriftung eines Programms. Beides muss aber sehr schnell zur Sache kommen und sich nicht in langen Herleitungen ergehen, damit Schwung erzeugt wird und dann nicht wieder verloren geht.

Was ich damit meine, ist, daß ich Aprils lange (und eher philosphisch angehauchten) Erkenntnisse gut einordnen, nachvollziehen (das Thema IST unfassbar spannend, weil es so viele Bereiche des menschlichen Daseins berührt und wie exemplarisch abbildet) und überspringen kann, aber der echte Ausmist-Anfänger wird für immer nur der geneigte Leser bleiben und nie zum spake maker aka MACHER werden, wenn er in seiner Anfangsmotivation direkt mit "warte noch ab und lies noch die und die Vorbemerkung bis S.101 und behalte dann Punkt 1-16 im Kopf und dann..." lahmgelegt wird. 

Können kommt von Machen. Und damit sollte man bei etwas Neuem so schnell wie möglich loslegen, bevor man es sich wieder anders überlegt.

Belegt wird das dadurch, daß in Aprils Videos schon öfter die Klienten gefragt wurden, ob sie denn Aprils Buch gelesen hätten - und das dann oft bejahten, mit ihren eigenen Behausungen aber trotzdem nicht fertig wurden. Nein, die meisten hatten noch nicht mal ANGEFANGEN: sie hatten also das Werkzeug in der Hand und haben es doch nicht eingesetzt. Ich denke, weil der Startknopf schlicht nicht gedrückt wurde. Sogar ich, der das Thema keine Angst mehr macht und die deswegen keinerlei psychische Abwehr in Form von Vergesseritis an den Tag legt, könnte im Nachhinein nicht mehr sagen, wann und in welchem Kapitel wir jetzt eigentlich angefangen hatten mit dem Ausmisten.. ernsthaft: ging es überhaupt irgendwann los XD ?? 


Tipps muss man mit der Lupe suchen


FAZIT: mein Tipp für alle, die mit Aprils Buch ausmisten wollen 
teilt euch die Kapitel ein in Aktions-Tage, sprich: seht jedes Kapitel und dessen aufgeworfene Fragen als Handlungsaufforderung, bei der ihr erst weitermachen dürft mit dem Lesen, wenn ihr mit den Aufgaben des letzten Kapitels fertig seid. Ein wenig wie bei einem Mitmach-Programm, was z.B. über Online-Lernplattformen vertrieben wird und das nächste Kapitel erst nach Abhaken des letzten freischaltet. Das kann genau das ermöglichen, worauf April eigentlich abzielte - euch nämlich nicht zu überwältigen - dann aber leider nicht lieferte. Ihr müßt jedoch nicht an der Außenhaut des überwältigend gemachten Programms abprallen und es ungenutzt liegen lassen, wenn ihr es euch in kleinen Schritten, quasi mundgerecht, zurechtlegt. Macht es zu einem PROJEKT, nicht zu einer Lektüre. Und schaut vorher ihre Videos, um euch zu motivieren.

Ich vergebe 3 von 5 Besen: 🧹🧹🧹🧹🧹

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