.. was der perfekte Ansatz ist, um das Wesentliche wieder in den Fokus zu rücken. Und auch, um mit einem Thema endlich mal durch zu sein - so geht es mir gerade nämlich: ich habe den Wunsch, daß manches ab jetzt bitte funktionieren soll bzw. daß ich mir nichts Neues mehr dazu aneignen, sondern endlich in der finalen Praxiphase ankommen möchte. Da, wo etwas für mich arbeitet und ich nicht mehr für das System.
Und da denke ich zur Zeit zwar nicht nur an Ordnung, aber AUCH.. und hatten wir hier schon mal angekündigt
Was den Haushalt angeht, sind wir somit erstmal grob durch und werden das Thema erst wieder anschneiden, wenn wir mal ein Video zu 'der alles in einem'-Ordnungs-Plan machen wollen
so bedeutet das auch, daß ich langsam die Früchte meines langen Lernprozesses ernten möchte. Und wie geht das am besten? Indem ich mich frage: bindet das gelernte System alle grundlegenden Erfordernisse ein? Auf gut deutsch: klappt es ganz grundsätzlich damit, oder macht es mein Leben nur schwerer, wie in 'die Theoretisierung des Alltags'?
Wenn ich also versuche, das, was ich mir neu angeeignet habe, auf das Allereinfachste herunterzubrechen und schaue, was auf dem Grund der Methode übrig bleibt: ist dann immer noch alles dabei, damit ich gut zurechtkomme - oder muss ich mich doch noch etwas weiterbilden in dem Bereich?
Und ich kann bei einem Punkt zumindest voller Überzeugung sagen: ich habe mit dem, was wir uns nun neu angewöhnt haben in Sachen Ordnung schaffen und Ordnung halten, ein ganz konkretes, störendes Überbleibsel alter Konditionierung besiegen können - fast wie im Vorbeigehen. Und das einfach nur, weil ich mich jetzt auf die basics verlassen und beziehen darf.
Mit alter Konditionierung (= einem erlernten, automatischen Reiz-Reaktions-Muster) meine ich folgendes: es gab bei uns zu Hause keine Regeln - und das hatte System. Denn das Auftauchen oder Verschwinden irgendwelcher festen Maßstäbe nutzte genau denen, die sich eben nicht verläßlich an sie halten wollten -
und das zeigt sich bis heute unter anderem in DER TASSENSITUATION [dü-dümm].
Und die sieht so aus, daß benutzte Tassen, Teller, aber auch Messer, Löffel, Frühstücksbrettchen, Dessertschälchen, also immer das, in dem das Essen heute gereicht wurde, auf dem Platz einer (hier nicht näher genannten) Person unseres Haushalt auf dem Esstisch stehen blieben wie dort festgeschmiedet und ihren Weg niemals in die Spülmaschine fanden, weil sie ja "noch und nochmal wiederverwendet werden" konnten - bis ich mich des Häufleins am Ende eines jeden Abends mal erbarmte und es weggeräumt habe. Und ich kann euch versichern: wenn ich das nicht getan hätte, wäre es dort stehengeblieben bis zum jüngsten Tag, ein ganzes Set, bereit zur Wiederverwendung - ich erspare euch die unappetitlichen Details.
Tagsüber aber habe ich die krude (hier: selbst ausgedachte) Logik immer versucht, mit Langmut und einem zugekniffenen Auge zu tolerieren, bis mir klar wurde: "Du darfst beide Augen aufmachen und musst nicht mehr ignorieren, was dich stört", denn:
das bereits benutzte, leidlich gesäuberte (manchmal vielleicht auch nur abgeleckte?), aber eben auch nicht sichtbar verschmutze Geschirr gehörte zu keiner Kategorie so richtig, aber - und das wurde mir nun mit großer Erleichterung klar - nur dem Anschein nach!
Denn wenn es schmutzig wäre, käme es in den Abwasch, das war hier sogar dem Verursacher klar.. da stand es aber nicht. Im Umkehrschluss bedeutet das: wenn es nicht als schmutzig deklariert wird, MUSS es automatisch sauber sein (denn es gibt außer schmutzig nur noch die Kategorie sauber: neben der Kategorie "kaputt", was → MÜLL bedeuten würde und eine Zuschreibung ist, die hier noch mehr gescheut wird als schmutzig), was hieße, es gehört in den Schrank! DAHIN wurde es aber nicht zurückgestellt (Gott sei dank *schauder*, so daß niemand Unschuldiges sich daran ver-greifen konnte), was aber heißt, daß noch nicht komplett Hopfen und Malz verloren gegangen sind und auch im 'ich habe ein eher entspanntes, um nicht zu sagen, vollkommen ausgeleiertes Verhältnis zum Thema Hygiene'-Kandidaten noch die Erinnerung an die den Dingen innewohnende Ordnunglebt - sogar er hat Manschetten, sowas Halbseidenes wieder an den Ort zu stellen, wo sonst nur das nach Spüli duftende und leicht unter den Fingern quietschende Geschirr, noch handwarm, direkt aus der Spülmaschine kommend, aufgestapelt wird, d.h. es gibt Hoffnung für uns alle. Wenn nicht mal der Messie das schafft, ihn ganz zu unterdrücken, dann können auch wir alle ihn wiederfinden: den in uns wohnenden Ordnungssinn.
Diese Gefühl, endlich wieder "back to basics" zurückkehren zu können, zum Einfachen, zu der den Dingen innewohnenden Ordnung, die ganz einfach zu verstehen ist und auch alles einfacher macht, ist für mich extrem erleichternd. Einerseits im Sinne von "es ist ein Triumph", andererseits im Sinne von lebens-erleichternd: nicht nur, weil sie mir einen einfach zu folgenden Weg vorgibt, sondern auch, weil ich mich genau da, wo nichts (mehr) Sinn ergibt oder dort, wo die Regeln immer wieder verschwimmen (sollen) und es keine gemeinsamen Richtschnüre innerhalb der menschlichen Welt gibt, mich an ihr orientieren kann - an den übergeordneten Wahrheiten, die die Dinge bereits in sich tragen. Wenn der Mensch - ob nun zeitweise oder dauerhaft - in dieser Gleichung also keinen ausreichenden, inneren Kompass hat, orientiere ich mich stattdessen einfach an den Handlungsaufforderungen, welche die unbelebten Dinge mir gegenüber formulieren. Das hilft besonders, wenn ich selber nicht mehr weiß, wo oben und unten ist oder mir unsicher bin, was nun zu tun ist.
Und so muss ich nicht mehr in einer Welt aus kruder, unlogischer Logik leben, die mich nirgendwohin führt (sondern den Status Quo immer nur zementiert): weil die Antworten auf alle Fragen, die ich mir stellen könnte, bereits vor mir liegen und ich nicht auf den verschobenen Blick durch eine Konditionierungsbrille angewiesen bin.
back to basics
zurück an den anfang
Oft heißt es:"ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll" oder "was sind denn die Maßstäbe, die ich anlegen soll, damit es am Ende ordentlich ist?" Muss es dafür komplett reine Oberflächen geben? Wieviel Nippes ist noch gemütlich und wieviel ist verkramt? Wieviel fliegende Blätter und täglich anfallender Krimskrams rufen noch 'kreatives Chaos' und 'ich bin ein spontaner Typ' und wieviel eher schon "SOS?!"
Das Problem daran, diese Einschätzung klar zu treffen, ist: der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und wir können uns an fast alles gewöhnen - an unhaltbare Zustände (in jeglicher Hinsicht) genau wie an das Gegenteil: relativ schnell geht uns unsere gewohnte Umgebung in Fleisch und Blut über und wir halten sie für normal, weil wir sie gar nicht mehr bemerken, sondern uns in ihr eingerichtet haben, oder besser gesagt; uns an sie angepasst haben. Das heißt, Unordnung kann sich gewohnt und damit irgendwie kuschelig anfühlen, genau wie das komplette Gegenteil, also wie geleckt sauberer Reinraumcharme, einfach nur, weil wir schon länger in dem jeweiligen Zustand wohnen (analog zum Hotelzimmer-oder Ferienwohnung-Effekt, bei dem wahrscheinlich nicht nur in mir nach kurzer Zeit so ein 'Zuhause auf Zeit'-Effekt eintritt, egal, wie nackig eingerichtet oder fremd sich die Räume zuerst angefühlt haben) und wir die Einzelteile des Ganzen nicht mehr bewußt wahrnehmen. Bemerken tun wir sie erst dann wieder, wenn sie uns jeweils nutzen sollen - oder wir sie eben nicht finden.
Um diesen Nebel der eigenen Konditionierung zu lichten, lohnt es, sich auf das Offensichtliche zu verlassen: ich nenne es "die den Dingen innewohnende Ordnung". Denn eigentlich weiß jeder von uns ganz genau, was richtig und was falsch ist, wo was hingehört und was nicht und was viel oder sogar zuviel ist - wir haben nur verlernt, es auch so zu sehen, und die Dinge nicht einfach nur stumpf anzusehen (ohne sie dabei wirklich zu S-E-H-E-N: als das, was sie sind).
Was ich damit meine, ist folgendes: ich habe mal ein Video geschaut, in dem ein Mädchen namens Ally ihre Bemühungen, Ordnung in die Bude zu bringen, dokumentierte und zeigte, wie immer wieder Kleidung herumlag, auf dem Bett, auf dem Boden, jeden Tag aufs Neue, und dazu fast schon verzweifelt sagte:
Wir gehen jetzt ins Schlafzimmer und gucken uns mal hier die wunderschöne Situation an. Also, erstmal verstehe ich es nicht. Ich habe gestern die ganze Wäsche, die hier rum lag, in den Kleiderschrank geräumt. Wirklich. Es war gestern hier picobello sauber. Wie kann das sein? Wie? Warum? Ich verstehe es nicht. Ich verstehe es wirklich nicht. Also, wenn ihr zu den Leuten gehört, die immer ein aufgeräumtes Zuhause haben und immer ihr Bett machen und das irgendwie priorisieren können, wie macht ihr das? Ich möchte ein bisschen mehr sein wie ihr und ein bisschen weniger wie ich, was das Aufräumen angeht, das ist wirklich eine Katastrophe.
Es muss ja nicht mal so aussehen...
Und mit diesem Problem ist sie ja nicht allein. In fast jedem Format - und dabei muss es nicht mal Hoarders sein, eine x-beliebige Folge irgendeines 'clean with me'-YouTube-Shorts reicht schon - liegt Kleidung auf dem Boden herum. Und zwar nicht nur in einem Raum. Sondern in vielen, manchmal allen: selbst in der Küche, in den Fluren und mitten auf der Treppe. Und es ist oft nicht klar, ob die sauber, schmutzig oder einfach nur wieder schmutzig ist, weil sie auf dem Boden lag.. und diese Wäschehäufchen, die wie wie von einem Wäschemonster überall hingekleckert (um nicht zu sagen: hinge-kackert 😅) aussehen, machen meist einen Großteil der Unordnung aus.
Und ich denke mir dann immer nur so: die Kleidung ist da ja da nicht von allein hingeflogen. Die hat da jemand hingelegt, oder besser gesagt, einfach fallengelassen.. (und ich werde jetzt nicht darüber sprechen, daß Aktionen, wenn wir sie schonmal angefangen haben, auch zu Ende geführt werden sollten), OBWOHL SIE DA NICHT HINGEHÖREN! Und das weiß jedes Kind!!
.. es reicht ja schon, wenn es so aussieht, um einen echt zu stressen 😅
Und schon sind wie beim Prinzip von der den Dingen innewohnenden Ordnung* im Sinne von *Kategorie/*Wohnort/*Einsatzort, die jeder von uns eigentlich ganz genau kennt: wir sehen sie nur nicht mehr, so wie wir 'den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen'.
Aber glaubt mir: für die Tatsache, daß Wäsche entweder IN DEN WÄSCHEPUFF/DIE WASCHMASCHINE (wenn schmutzig) oder IN DEN SCHRANK (wenn sauber) gehört, braucht es kein Putzfrauen-Diplom und auch nicht den Abschluss eines Onlineseminars bei deinem Ordnungs-Coach. Du brauchst nur das, was bereits Wissensstand eines Kindergarten- bis Grundschulkindes ist - also dein dir innewohnendes Weltwissen.
Um diesen Zustand zu erreichen, braucht es kein Putz-Diplom, sondern nur gesunden Menschenverstand.
back to basics
in der praxis
Wenn ihr euch einmal damit abgefunden habt, daß euch für euch die altbekannten Regeln gelten und in eurem Haushalt nicht ein magisches Aufräummonster lebt, was die Unordnung schon irgendwann von sich aus vertilgen und verdauen wird (im selben Habitat lebt übrigens gern das Wäsche-Kacker-Monster 😄) und ihr euch wieder klar geworden seid über
die den dingen innenwohnende Ordnung
Kleidungsstücke sind entweder
a) an ihrem Ort im Schrank oder
b) wie eine Jacke an der Garderobe oder
c) im Wäschepuff, wenn schmutzig
Bücher stehen
im Bücherregal
Schuhe stehen
im Schuhregal
Sofakissen liegen
auf dem Sofa
Akten stehen abgeheftet
im Aktenordner
Schreibutensilien befinden sich
auf dem Schreibtisch
und so weiter und so fort. Oft hilft es tatsächlich, sich mal den Namen der Dinge und der dazugehörigen Orte auf der Zunge zergehen zu lassen, um zu bemerken: die Anleitung, wie das jeweilige Ding zu lagern ist, ist schon bei der Bezeichnung mit dabei ( Sofakissen → Sofa, Akten → Aktenordner).
➽ An anderen Orten als den zugeordneten dürfen die Sachen dann einfach nicht mehr liegen, diese artfremden Bereiche sind dann quasi wie Lava: das kann man sich sehr gut angewöhnen (in etwa "Wenn die Kleidung auf dem Sofa liegt, muss sie verbrennen, weil nur das Sofakissen für diese Umgebung gemacht ist und ihr standhalten kann, ohne in Flammen aufzugehen") 🌋.
.
dann könnt ihr daran gleich mit einer weiteren, einfachen Regel anschließen, die das Konzept aus "Jedes Ding gehört an seinen Platz" nur noch um "von dem es möglichst auch nur einen hat" ergänzt.
Was ich damit meine, ist, daß der Schritt, Sachen nicht mehr einfach so auf dem Boden herumfliegen zu lassen, natürlich schon ein sehr großer in die richtige Richtung ist, ihr euch das Wirtschaften mit den Sachen aber noch mehr erleichtern könnt, wenn ihr jedem Ding auch einen extra zugeschriebenen Platz zuteilt (im Gegensatz zu: "ich werfe das Klebeband mal in irgendeine Schublade, damit es erstmal 'aus den Augen, aus dem Sinn ist'"). Das erleichtert das Auffinden nämlich enorm, kann ich euch sagen, wenn auf eurer inneren Landkarte jede Kategorie von Dingen nur EIN Markierungskreuz hat!
Diese Regel aus "Jedes Ding gehört an seinen Platz" kombiniere ich für mich persönlich mit einer der zweiten, die Ordnung mit ästhetischem Anspruch (rede ich mir zumindest ein) verbindet. Darauf gekommen bin ich über einen Umweg, nämlich als in mir die Erkenntnis dämmerte, warum manche Bereiche zwar aufgeräumt sind, aber doch irgendwie immer noch unordentlich wirken.. und das liegt meist schlicht daran, daß zu viel Kram sichtbar herumsteht.
Konkret ging es mir so mit den Arbeitsplatten in der Küche. Der Grund dafür, warum die Gerätschaften, die sichtbar draußen herumstanden und mir den visuellen overkill bescherten, sich dort befanden, lag zwar in überfüllten Küchenschränken, in denen zuviel Kram war, der dort nicht (mehr) hingehörte - aber das ist eine andere Geschichte. Gelehrt hat diese mich aber nicht nur, daß ich aussortieren muss, was sich in den Schränken nur ungenutzt ausruhte, sondern eben auch, daß ich draußen auf den Arbeitsflächen nur noch Platz für Dinge machen wollte, die ich ständig nutze UND die zudem noch so dekorativ sind, daß sie eben nicht unangenehm auffallen.
Bohni (ganz links): täglich benutzt, aber nicht ästhetisch genug, um als Deko durchzugehen
Und deswegen mussten die Kaffeemühle, die Kaffeebohnen, usw., die bisher draußen herumstanden, weil ich ihnen einfach keinen Platz im Schrank zugebilligt hatte, dorthin umziehen (natürlich erst, nachdem ich die Schränke nicht mehr als dauerhaftes (Abfall-)Lager für irgendwelchen KRAM verwendet habe, der NIEMALS das Licht der Sonne gesehen hat, und gelernt hatte: Küchenschränke sind zur Benutzung da, nicht zur Aufbewahrung von Dingen, die auf den Dachboden gehören... oder eigentlich in den Müll 😋).
Küchenschränke sind für mich nämlich nun vor allem eine temporärer Aufenthaltsort von Dingen, die tagein, tagsaus den Schrank zur Benutzung verlassen und anschließend gleich wieder in ihn zurückkehren. Und ja, ich scheue diesen einen Handgriff mehr nicht, da das Argument "aber es ist doch so schön praktisch, es gleich zur Hand zu haben" für mich nicht das Argument "Und weißt Du, was noch schön praktisch ist? PUTZEN ZU KÖNNEN in 1-2-fix, weil alles FREI IST!! Jahaaa!!!" schlägt. Und als schönen Nebeneffekt verhilft mir diese Regel noch zu etwas, was ich fast als Seelenfrieden bezeichnen würde, weil mich der Anblick von etwas so Schönem wie einem aufeinander abgestimmten Farbkonzept, was sich komplett durch einen Raum zieht, nicht nur weniger stresst, sondern sogar mit Kraft erfüllt.
farblich abgestimmte Küchengeräte, die ausreichend repräsentativ aussehen/zur Gesamteinrichtung passen
Meine zweite Frage, die ein x-beliebiges Teil, was meinen Weg kreuzt und irgendwo legal herumliegen möchte, beantworten muss, ist also nicht nur: gehörst Du hier überhaupt hin?, sondern auch: und siehst Du gut aus dabei? Was keine Augenweide ist, muss also allein deswegen schon weg(geräumt werden): dieser Marker ist für mich mittlerweile eine ausreichende Handlungsaufforderung, um in Gang zu kommen.
Und ein Wäscheberg erfüllt diese Vorgaben definitiv nicht. Genauso wenig die Tasse, die halb abgeleckt abgewaschen auf dem Platz steht, obwohl dort aber gar keiner mehr sitzt und aus ihr trinkt.
Dinge sind zum Benutzen da, nicht zum Rumstehen (es sei denn, sie sind Deko. Aber Deko ist schön und somit gehört die Tasse mit dem Dreckrand definitiv NICHT dazu!) und danach kommen sie wieder an ihren Platz. Und wir sind uns nach meiner langen Herleitung nun hoffentlich einig, wenn ich sage: Wäsche gehört nun mal nicht auf den Boden, auch nicht halb über die Sofalehne gehängt, wo sie nach dem Abhängen von der Leine erstmal zwischengelagert wird (...oh, die muss ich sofort wegräumen, bevor sie hier so lange liegt, bis sie - von uns allen nur ausreichend lange übersehen - zu einem Einrichtungsgegenstand geworden und fortan unsichtbar und unverrückbar wie ein Wandschrank der Marke Eiche Rustikal geworden ist 😋)..
Schnell weg(geräumt) damit, bevor sie zum festen Einrichtungsgegenstand wird
Meine Philosophie kann ich also mit: "jedes Ding hat einen Ort"zusammenfassen - aber den muss ich oft nicht mal mühsam für es suchen, den gibt es mir dankenswerterweise schon vor!
Und so sehe ich die benutzte, wenn auch nicht augenscheinlich dreckige Tasse auf dem Küchentisch nun mit anderen Augen: ich muss mich nicht mehr um sie rumdrücken und versuchen, sie nicht zu sehen, während ich mir mantra-artig vorbete: "Naja, aber irgendwie geht das ja doch und wenn ich einfach etwas toleranter wä......." Nein. Die wahre Frage ist: "Gehört das hier hin? Ist hier sein Wohnort? - Nein." Schon gar nicht, wenn die Handlung damit (essen/ trinken) bereits abgeschlossen ist.
Jedes Möbelstück hat eine Aufgabe und genauso hat jeder Raum ein Thema und eine Funktion: ein Küchentisch ist kein Spülbecken, wo dreckiges Geschirr auf den Abwasch wartet. Und ein Wohnzimmer ist kein Wäscheraum - und auch keine Werkstatt 🏍 - sondern ein Ort der Ruhe und Erholung (zumeist für Erwachsene).
Dieser Zug, sich auf die Grundlagen zurückzubesinnen, wirkt vielleicht erstmal zu ver-einfach-end: aber mir haben diese simplen Fragen, welche Aufgaben und Orte die Dinge bereits in sich tragen, sehr geholfen, mich nicht wieder in menschengemachten 'ja, aber'-Strategien zu verlieren, die dies und das irgendwie salonfähig machen sollen, dabei aber niemanden so wirklich glücklich machen. Und mit dieser Herangehensweise, sich auf das Grundlegende zu besinnen, hat es für mich sogar geklappt, der Situation mit der stationären Tasse Herr zu werden - war für mich bisher immer eher der Quadratur des Kreises gleich kam.
Es gibt kein magisches Aufräummonster, was die Unordnung von sich aus verdaut: lasst euch nix einreden
ein Wort zum schluss: hab erbarmen.. mit dir!
Passend zum Thema haben mir allerdings gerade erst Freunde erzählt, wie auch ihr größtes Problem die Wäsche ist - und zwar, Achtung, die frischgewaschene! Das heißt, nach Waschen, Trocknen und Abnehmen wird diese nicht mehr zusammengelegt, sondern zu einem duftenden, stetig anwachsenden Wäscheberg auf das ehemalige Babybett gestapelt, aus dem jeder sich dann das jeweilige Teil herausziehen darf -- und ich muss sagen: das ist mal eine kreative Art der Kleideraufbewahrung. Das Problem ist hier also nur noch, daß soviele Kleiderschränke ungenutzt herumstehen und Platz wegnehmen *hehe*
Mount WÄSCHE!
Ne, aber mal Spaß beiseite: mein stetig reges Hirn analysierte knallhart - hier wird nicht die Aufgabe an sich gemieden, sondern es ist immer genau EINE Aufgabe zu viel in der Handlungskette aus Sortieren -Waschen - Trocknen - Abnehmen - Zusammenlegen. Sprich: wenn es ans Zusammenlegen gehen sollte, sind die Kraftreserven einfach schon aufgebraucht und so fällt der letzte Punkt in der Kette immer hinten runter, wahrscheinlich, weil sich bei Punkt 1-4 immer zuviel vorgenommen wird und die Kraft unterschätzt wird, die es bräuchte, um auch noch bis über die Ziellinie der gesamten Aktion zu kommen. Und deswegen lautet das Zauberwort für die Auflösung dieses Dilemmas: Belastungssteuerung (= das perfekte Zusammenspiel aus Belastung und Entlastung).
Aber: das Endziel 'Kleidung gehört in den Schrank' des Systems "die den Dingen innewohnende Ordnung" kann selbst dort weiterhin als Orientierung dienen, also auf das, worauf man hinarbeitet und was einem somit Leitplanken fürs eigene Machen und Tun gibt. Das Ganze vom Endergebnis her, also von dem aus, was ich erreichen möchte, zu betrachten, führt dann nämlich plötzlich zu der Frage: "Wie viel Wäscheladungen kann ich heute realistisch waschen - trocknen - zusammenlegen - und wegräumen, bevor mir die Zeit/die Kraft ausgeht?"
Die Antwort auf diese Frage wäre dann vielleicht genau der Zeitraum, der bisher immer dafür aufgewendet wurde, anfallartig mehrere Maschinen hintereinander zu waschen: und woran erinnert mich das automatisch? Um Erfolg bei der Erfüllung einer Aufgabe zu haben, ist es unabdingbar, diese so klein zu machen, daß sie schaffbar wird und einem nicht vor ihrer Vollendung die Puste ausgeht. Und deswegen ist das Motto
little, but often
mehr als nur ein schöner Spruch, sondern ein mächtiges Werkzeug, was nicht nur zur Auflösung eines bisher unbezwingbaren Wäsche-Mount-Everest' eingesetzt werden kann (#oneloadaday) - sondern selbst für so etwas wie die herumstehende Tasse auf dem Küchentisch, die, wenn ich sie dort länger herumstehen ließe, zu genau dem einen Problem zuviel würde, was ich dann, wenn ich eh schon was (anderes) zu tun haben, nicht auch noch bewältigen kann.
Und deswegen mache ich es lieber dann fertig, wenn ich gerade kann - gemäß dem Motto 'little, but often' - und nicht, weil es gerade dran wäre.
back to basics
eine zusammenfassung
Gut: die 'den Dingen innenwohnende Ordnung' könnte als überflüssiger, erster Schritt in meiner heutigen Erzählung angesehen werden, wenn ich euch danach doch wieder mit althergebrachten Weisheiten à la ""Jedes Ding gehört an seinen Platz" komme: aber mir hat er sehr geholfen. Denn gerade wenn es innere Widerstände oder immer wieder auftauchende Hindernisse auf dem eigenen Weg gibt, lohnt es meiner Meinung nach sehr, diese zu untersuchen, um dann einen für sich passenden Weg drumherum zu finden.
Ich bin ein denkendes Wesen und wenn ich erklärt bekomme, warum ich etwas tun soll, und das auch noch mit schlagenden Argumenten, dann kann ich mich für eine Sache nicht nur besser erwärmen, sondern ich habe damit auch gleich selbst Argumente in der Hinterhand, um fremde, aber auch meine eigenen Verzögerungstaktiken der Marke "aber wieso denn?!" auszuhebeln.
Ich mag Konzepte, die mir einen einfach verständlichen Rahmen für mein Tun geben, am besten durch allgemeingültige Wahrheiten, an denen ich mich orientieren kann und infolgedessen über die Richtung, in die ich mich bewege, nicht mehr ständig nachdenken oder gar diskutieren muss: all das entlastet nicht nur am Ende den Haushalt, sondern zuallererst mein Herz..
und macht mir so den Weg zu "Jedes Ding gehört an seinen Platz, von dem es möglichst auch nur einen hat" frei, was ich dann einfach nur noch mit Leben füllen muss. Denn innerlich fühle ich mich dabei bereits frei, weil ich eine gute Erklärung für das "warum?" gefunden habe. Bei mir sieht die z.B. so aus:
"Die Tasse wohnt da nicht, hier ist sie wie im erwzungenen Exil"
"Das Sofakissen findet erst auf dem Sofa zu seiner wahren Bestimmung"
"Die Kleidung weint, wenn sie sauber auf dem Boden liegt, wo sich doch stolz im Schrank auf einem schönen Bügel hängen konnte"
UUPS!
Nutzt eure Fantasie, wenn euch das hilft und stellt euch zum Beispiel beim nächsten Wäschedebakel vor, wie nachts das Wäsche-Monster mal wieder Durchfall hatte.. und auf was für einen Namen es vielleicht hört 👪
Denn das klare Benennen von Dingen (denkt mal an Rumpelstilzchen) bricht jeden bösen Zauber!
back to basics
bonus-tipp
So: das Regelwerk ist aufgestellt!Warum ihr es machen solltet (der Gedanke dahinter) und wie ihr es machen sollt (in welchem Umfang/in welchem Rahmen) ist klar... aber was ist, wenn euch nun der Schwung zur Umsetzung fehlt? Nach dem Motto: der Geist ist willig, aber das Fleisch....?!
Denn zu wissen, warum und in welchem Rahmen ich mich bewegen soll, sagt mir noch nicht, in welcher Art und Weise ich es tun kann, um auch zum erwünschten Ergebnis zu kommen.
Wenn euch also der Zug zum Tor noch fehlt, kommt hier ein weiteres Konzept zum Tragen, was viele schon kennen, aber nicht ausprobieren. Ich sehe euch ganz genau und ich SPÜRE, daß ihr es nicht TUT! 😁
Man könnte es als 'Dranbleiben' bezeichnen. Oder Loyalität und Treue. Egal, mit was für einem Satz oder inneren Bild du dich dazu überreden kannst, nicht mehr in der Mitte einer Bewegung bzw. Aktion, innezuhalten und das, was du GERADE NOCH IN DER HAND hattest, einfach zwischenzulagern - probiere es aus!
Um es nochmal klar zu machen: Kleidung, die irgendwo rum liegt, kann nicht alleine aus der Maschine dahingekrochen sein (das wäre es ja noch: erst Wäsche- und Aufräummonster und jetzt noch selbstlaufende Zombiekleidung), das heißt, irgendjemand (und die kannst diese Person bestimmt sehr genau identifizieren) hatte sie in der Hand und hat dann aber beschlossen, daß es eine gute Idee sei, den festen Griff um sie zu lockern und sie einfach irgendwo FALLENZULASSEN (da hilft kein Euphemismus wie 'zwischenlagern', es ist die häßliche Wahrheit [die Knitterfalten und Krümel auf Frischgewaschenes zieht]).
"Die Wäsche ist da von ganz alleine hingelaufen!"
Damit solche unordentlichen Zwischenstationen jeglicher Art - das Kram-Köckeln beschränkt sich ja nicht nur auf Wäsche - aufhören, zu existieren, kann man sich folgende Mantras, dass man Sachen zu Ende ausführt und jedes Ding nur einmal anfasst, immer wieder vorbeten:
Mach es fertig, bevor es dich fertigmacht!
DING (FlyLady: Do it now, girl)
Don't put it down, put it away
Es dauert alles viel weniger lange, als du denkst.
Nimm nichts zweimal in die Hand oder
Ich will nichts zweimal händeln müssen, einmal reicht mir schon, danke!
Besonders der Satz: "Don't put it down, put it away!" bleibt vielen gut im Gedächtnis. Ich habe ihn immer noch ergänzt mit "Hold it tight" à la "Halt es ganz fest! Bis du es wirklich loslassen musst!" um Sachen, die ich einmal angefasst habe, wirklich so lange mitzunehmen, bis sie am Bestimmungsort angekommen sind - und wenn ihr mal versucht, dann alles nur noch mit einer freien Hand zu machen, werdet ihr am eigenen Leib erfahren, WAS und WIEVIELE Hindernisse auf unserem Weg (Türen, Schnürsenkel, Wasser auf den Händen!) uns dazu bringen, das, was wir gerade noch in der Hand hatten, 'nur mal kurz' fallenzulassen.. ja, genau 😅 In solchen Momenten frage ich mich immer wieder, warum die Spezies Mensch eigentlich als 'vernunftbegabt' beschrieben wird.
Die "One touch method" stößt in ein ähnliches Horn: Brittany demonstriert hier nicht nur, wie einfach es ist, eine Sache, die man schonmal in der Hand hat (Bettdecke aufschlagen wird zu Bettdecke hinter sich glattziehen), gleich fertigzumachen: sondern auch, wie SCHNELL es geht, Aufgaben, die einen an einem Ort sofort anspringen, direkt zu Ende zu bringen - es ist wieder mal absolut erstaunlich, warum wir uns so lange davor drücken 😆
Ich weiß; nicht alles im Leben ist leicht - aber manches ist doch viel schneller gemacht als gedacht: das haben wir selbst auch schon mal in diesem Video nachgestellt gehabt - und für mich zumindest ist das drüber nachsinnieren beim Aufschieben immer schlimmer, als die Aufgabe dann letztendlich zu Ende zu bringen.
Anleitung gegen Vollzugsschwierigkeiten:
die Sache, die du eh grad in der Hand hast: nicht zwischenlagern oder abstellen, sondern GLEICH WEGBRINGEN/RÄUMEN. o.ä.
wenn Du einen Bereich in deiner Behausung verläßt: dreh dich einmal um und stell Dir vor, wie Du ihn später aufräumen musst.. oh, Du willst die dreckige Kaffeetasse doch gleich mitnehmen? Und die Zeitung vom Boden auch? Und das Sofakissen aufschütteln? GUT GEMACHT!
All das klappt natürlich am besten, wenn man dahingehend auch feste Regeln hat (wie 15min am Abend gemeinsam aufzuräumen), weil es dann einen absehbaren Moment gibt, in dem Sache, die jetzt noch so leichtsinnig aufgeschoben wird, ja doch wieder auf einen zukommt wie ein dräuendes Gewitter... aber das ist vielleicht Lesestoff für einen anderen Tag 🕮
Im letzten Schminksammlungsvideo zum Frühlings-Makeup hatte ich es angekündigt: es war Zeit, mich der Herausforderung zu stellen, meine gefühlt 30 Frühlingslippenstifte auch alle in DIESEM FRÜHLING ZU BENUTZEN!!
Nachdem ich, wie geplant, meine paar Nude-Nuancen im Vorfrühling, der Unfarben-Jahreszeit, erfolgreich durchprobiert hatte, waren danach die echten Frühlingsfarben dran: dafür habe ich immer blindlings aus meiner Schublade 5-7 herausgegriffen (oder habe greifen lassen: der Mitarbeiter ist da immer ganz scharf drauf), die ich pro Woche nutzen wollte.
Herzlich willkommen zum dritten Teil meiner neuesten Runde der Make-up-aussortier-und-Sammlungs-zeig-Reihe:
in der aktuellen Saison nehme ich mir 1x pro Quartal alles vor, was cremig, muffig oder sogar schimmelig werden kann, es geht also um Lippenstifte und Glosse, außerdem noch um Kajalstifte und Eyeliner, Cremelidschatten und je 1-2 Blushes.
Vielleicht ist das ja für den ein oder anderen genau so spannend wie für mich: wer also Lust hat zu sehen, wie korallig und knallig mein Sommer so wird und was ich eventuell davon gleich aussortieren muss, der bleibt dran!
Im letzten Schminksammlungsvideo zum Frühlings-Makeup hatte ich es angekündigt: es war Zeit, mich der Herausforderung zu stellen, meine gefühlt 30 Frühlingslippenstifte auch alle in DIESEM FRÜHLING ZU BENUTZEN!!
Nachdem ich, wie geplant, meine paar Nude-Nuancen im Vorfrühling, der Unfarben-Jahreszeit, erfolgreich durchprobiert hatte, sind nun die echten Frühlingsfarben dran: dafür habe ich blindlings aus meiner Schublade 5 herausgegriffen, die ich in der ersten Woche nutzen wollte.
Gestern kam ein dm-Paket mit Putzutensilien und anderen Dingen des täglichen Bedarfs an: und nicht nur, weil wir kein Auto haben und janz weit draußen wohnen und deswegen immer froh sind, keine 80 WL-Vorteilspackung von Perwoll Waschmittel für Helles und Weißes (denn ja, ich habe echt viel helle Kleidung und ja, mit Perwoll zu waschen gibt mir immer noch so ein erhabenes Gefühl von #luxus) auf dem Fahrrad nach Hause schleppen zu müßen, haben wir uns ziemlich dolle über dieses Paket gefreut...
sondern auch, weil da neues Putzzeug drin war. Ja. Ich habe es gesagt. Und es ging nicht nur mir so: nachdem wir zu Abend gegessen und eine Folge von How clean is your house auf DVD (mein SCHATZ!) gesehen hatten, sagte der Mitarbeiter von sich aus zu mir "und dann machen wir noch das Paket auf!!", vorfreudig, so als wäre es der Nachtisch. Die beste Abendgestaltung. Unser gemeinsames Leckerli.