Sommer-Rezepte | salade niçoise 🥗🐟🍅

Montag, 10. August 2026


Was esst ihr, wenn es draußen für alles zu heiß ist? Okay, außer zum Schwimmen, unterm Sprenger zu chillen und dabei kalte Getränke zu schlürfen.... aber doch zumindest zu heiß für HEISSE SPEISEN, also so wie heute? 


Zutaten
Endergebnis


Wir essen dann Salat (denn der Mensch lebt nicht von Wassermelone allein). Aber WAS IST, wenn ihr trotz des hitzigen Wetters auch noch wirklich Knast habt? Dann schlägt bei uns die Stunde des Nizza-Salats, auf französisch: Salade niçoise. Der ist was gegen großen Hunger (denn was man für Salat für kleinen Hunger macht, muss ich niemandem erzählen), aber gleichzeitig ist er selbst doch kalt, wegen *schwitz* von innen und außen und so, und er enthält trotz der Sättigungsbeilage (bei uns in Form von Kartoffeln) aber doch noch rohes Gemüse, was die ganze Angelegenheit für mich vom Gefühl her zu einer eher leichteren Mahlzeit macht –  und keine Sorge: ich werde euch nicht die Geschichte der Aufzucht des Salats erzählen, BE-VOR ihr das Rezept lesen dürft (die erzähle ich euch erst DA-NACH) 😁


Salade niçoise - unser Sommersalat

Vorbereitungszeit: 60min (Kochzeit + Abkühlen)
Zubereitungszeit: 15min (Schnippeln + Anrichten)
  • 3-4 Pellkartoffeln/Person kochen, abkühlen lassen, schälen und längst vierteln
  • 1 Ei/Person hart kochen, abkühlen lassen, schälen und längst vierteln
  • Salatblätter abwaschen und wie eine Schale auf dem Boden eines Tellers anordnen
  • Paprika waschen und in Streifen schneiden
  • Tomaten waschen und vierteln
  • Gurken waschen und in Streifen schneiden
  • 1/2 Dose Thunfisch/Person abtropfen lassen (dabei das Öl auffangen) und zuoberst auf dem Salatbett, den darauf sternförmig platzierten Paprikastreifen, Gurkenstreifen, Kartoffelspalten und Eiervierteln verteilen
  • Oliven abtropfen und damit je nach Geschmack den Salat garnieren
  • Vinaigrette aus aufgefangenem Olivenöl, Essig, Senf, Salz & Pfeffer zubereiten und über den Salat geben 


Im althergebrachten Rezept gibt es keine Kartoffeln, und ja, ich habe mir sagen lassen, beim Gedanken daran drehen sich anscheinend manche Menschen in (Süd-)Frankreich schon in ihrem (eventuell noch nicht mal vorhandenen) Grabe um... aber an der Loire haben wir das genauso serviert bekommen und - es gilt auch als die 'moderne' Version (siehe: im Grabe 😋), so daß ich mir nach diesem Hochgenuss einfach im Kopf abgespeichert habe:

Aha! Das ist also wie der Kartoffelsalat unserer westlichen  Nachbarn




Uneinigkeit besteht dabei also, wenn es nach der Küche von Nizza geht, nur über die Zugabe von Kartoffeln und grünen Bohnen, die in den populären oder angepassten Versionen gereicht werden, aber "von der Bruderschaft der Salade Niçoise als Ketzerei" betrachtet werden (ich zitiere!![1]) Aus einem sehr minimalistischen Gericht hervorgegangen, was nur aus gesalzenen Tomaten, Olivenöl und Sardellen bestand, versteht man heute darunter folgendes:


Die traditionelle Version (ohne Kartoffeln) enthält

  • Frische Tomaten
  • Hartgekochte Eier
  • Sardellenfilets oder Thunfisch (manchmal beides)
  • Schwarze Oliven aus Nizza
  • Rohes Saisongemüse: grüne Paprika, Frühlingszwiebeln (kleine frische Zwiebeln), Radieschen, kleine violette Artischocken
  • Olivenöl, Salz, Pfeffer (nach strenger Tradition kein Essig)
  • inklusive sehr spezieller Angaben wie "vor dem Anrichten muss die Schüssel mit einer Knoblauchzehe ausgerieben werden“ und "das Würzen beschränkt sich auf Olivenöl und Salz. Puristen können ein wenig Pfeffer und ein paar Tropfen Weinessig akzeptieren, aber ganz sicher keinen Zitronensaft“, stellt die Bruderschaft klar.

Einigkeit besteht also über die Zugabe von Crudités de saison, auf gut deutsch: was ihr gerade da habt. Unsere Varianten und Abwandlungen orientieren sich also stets an dem, wo wir sind und was wir dort kaufen können - frische Zwiebeln in Frankreich und fertig angerührtes, aber absolut leckeres Senfdressing aus dem Supermarkt, in Deutschland gerne frischer Schnittlauch in der Vinaigrette, auch wenn das eigentlich nicht erlaubt ist, Oliven für die, die es mögen (und keine für alle anderen)... aber Kartoffeln und Thunfisch sowie Eier finden sich immer zusätzlich zum frischem Gemüse in unserem Salat, was am Ende ein üppiges, vollwertiges Gericht ergibt. 

Öl auffangen und wiederverwerten

Gleichzeitig heißt das auch: bei dem, was wir immer daraus machen, entsteht am Ende eigentlich die von den Hütern der Tradition als bloße Grünzeug + Thunfisch + Kartoffeln gescholtene Mischung ["une vraie salade niçoise ne se résume pas à un mélange de verdure, de thon et de pommes de terre"]... denn das ist es, was ich im Kern als Anleitung dafür gerne weitergeben würde, weil es tatsächlich genauso einfach ist, wie es sich anhört. Ihr müßt es ja niemandem aus Nizza erzählen; schonen wir ihre Augen und ihre Seelen und behalten das ganz für uns in unseren deutschen Kämmerlein Küchen.

Und Terrassen! Denn es macht sich ganz hervorragend als Sommer-Abendessen! Nicht nur auf dem Innenhof eines Chateau de la Loire 🏰


manch einer mag keine Oliven


Und was war jetzt mit der Geschichte des Salatblatts?  🥬

Die Antwort darauf ist eine Mischung aus den Kategorien: Rezept und Garten für Anfänger..
denn dieses Jahr haben wir uns, nachdem wir das Hochbeet im Frühjahr abgerissen haben, darauf verlegt, unser Grünzeug hauptsächlich als Balkonkultur anzubauen, geschützt vor Schnecken (hat geklappt) und anderen Fressfeinden (= der Maus, hat nicht geklappt) - leider hatten wir die Sonne nicht mitgerechnet, die brennt nämlich schon kräftig herunter auf unseren Balkon der Marke Toskana.. 



..und Salat hat es nicht gern HEIß! Der antwortet darauf als Selbstverteidigung nicht nur mit Schießen (im übertragenen Sinne), sondern auch mit totaler Verbitterung (leider im wortwörtlichen Sinne): und so stand ich an einem Wochenende vor dem Problem, Salat fest eingeplant, aber nicht eingekauft zu haben (wir waren doch jetzt Salat-autark) - und musste mir irgendwas ausdenken, um die bitter gewordenen Salatblätter wieder essbar zu machen. 


Google sei Dank haben wir auch das hinbekommen - aber meine tatsächliche Lehre daraus ist eher: wer Salat auf dem Balkon anbauen will, sollte einen Schattenplatz für die Pflänzchen haben ODER gleich dazu übergehen, immer mal wieder einen bereits ausgewachsenen Salatkopf mit Wurzel im Supermarkt nachzukaufen, den dann in einen passenden Topf zu setzen und dort eine Weile übersommern zu lassen, bis auch er entweder abgeerntet oder verbittert ist.. und sich dann einen neuen zuzulegen 🥬. Zum Glück ist das ja heute ohne Probleme möglich, da wir (nicht nur vorm Wetter her) mittlerweile fast alle 


leben wie Gott 

    in (Süd-)Frankreich 


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