Alles bleibt anders | hello 20.20

Sonntag, 10. November 2019

Das Ende des Jahres 2019 naht: ich habe bereits alle Blogposts, einschließlich den zu Silvester, vorgebloggt  - und doch konnte ich es eigentlich nur nicht erwarten, diesen hier zu veröffentlichen, nur diesen einen...





Denn wenn ich an das Jahr 2020 denke, dann mit einem Gefühl der Erleichterung... einfach nur weil ich weiß, daß ich in der Art, wie ich jetzt blogge, langfristig nicht weitermachen werde, sprich: nicht in dieser Frequenz und auch nicht in dieser Art und Weise.

Denn ihr habt wohl alle mitbekommen, dass auch die großen Beauty-Blogger mittlerweile kaum noch Zulauf haben und das es, insgesamt, kaum noch aktive Blogger an sich in dem Bereich gibt.

Die Szene wurde - spätestens seitdem die DSGVO einen Kahlschlag betrieben hat - deutlich ausgedünnt in den letzten 2-3 Jahren. Und könnte man jetzt meinen, dass es gut ist, dass es kaum noch Hobbyblogger gibt und das dann die wenigen, übriggebliebenen mehr Aufmerksamkeit bekommen könnten, so ist dem nicht so: dass es insgesamt weniger Beauty-Blogger gibt, ist nämlich - ganz im Gegenteil - schlecht für die hauptberuflichen Blogger und auch für Leute wie mich, die das als Hobby betreiben.. denn wie sagt man so schön? 'Konkurrenz belebt das Geschäft'  und zwar in dem Sinne, dass allgemein das Thema somit Aufmerksamkeit bekommt - und je mehr Leute darüber sprechen, desto besser! Jetzt aber sind es so wenige das es wirkt, als würde die Sparte Beauty-BLOGS - mit geschriebenem Wort und Fotos, die sich nicht bewegen - nicht mehr existieren. Und wenn sich keiner mehr darüber bewusst ist, was DA ist, sucht auch keiner mehr danach. Das führt jetzt schon dazu, dass es Probleme in der Art gibt, dass Leute keine Swatches mehr online finden oder einfach nur eine Produkt-Besprechung... allerdings denke ich, dass sich der Trend in Zukunft sogar noch weiter weg von fundierten Produktbewertungen und hin zu reinen Schauwerten entwickeln wird, ich sage nur: the rise of  Instagram.

Und das ist letzten Endes auch nachvollziehbar, zumindest aus meiner Innenansicht: denn das, was die Beauty-Blogger jahrelang gemacht haben, ist so etwas wie der Inbegriff der eierlegenden Wollmilchsau.. sie waren nicht bloß Experten für Beauty-Marken und deren Sortimente, nein: sie haben deren Produkte auch wirklich getestet und dann noch ausführlich besprochen. Außerdem haben sie oft noch sowas wie 'Makeup School' gemacht UND das alles großformatig und professionell abgelichtet.. und ihr wisst bestimmt selber, dass es sowas in der analogen Welt nur für Geld am Zeitschriftenkiosk zu kaufen gibt - und dann meist noch nicht mal in dieser Ausführlichkeit und Qualität. Die meisten Blogger aber haben das unbezahlt (oder unter-bezahlt) abgeliefert - und das laugt aus. 

Das der Markt in der Hinsicht untergegangen ist, finde ich als Konsument traurig; als Produzent hingegen habe ich ja nie so wirklich auf diesem Niveau mitgespielt - und wollte ich auch nie. Ich bin keine Produktbesprechungs-Maschine. Versteht mich nicht falsch; ich hätte es gut gefunden, wenn diese jungen, gut ausgebildeten Frauen, die in den Boom-Jahren des Beautybloggens zu Profis auf ihrem Gebiet wurden, in die klassische Beautybranche vorgestoßen wären und dort für eine Entwicklung gesorgt hätten: ich begrüße die Professionalisierung von Blogs bzw. das deren Macherinnen ernst genommen werden in dem, was sie tun.. aber ich wollte das nicht für mich, bzw. wollte ich nicht, daß das AUF meiner Plattform stattfindet. Wenn alle anderen - oder auch ich! - über den Weg des eigenen, kleinen Blogs Zugang zu den klassischen Berufen und eine Anstellung als Beauty-Redakteur gefunden hätten: super! Aber MEIN Blog sollte zu keiner 1-Mann-Firma anwachsen, die niemals die Möglichkeiten und auch Schönheiten des Arbeitens in einem Team, eingebettet in einen MedienKONZERN, haben würde.

Und ich merke, wie ich in meiner jetzigen Situation immer öfter davon träume, wieder selber zu entscheiden und wieder mehr Zeit zu haben... für das, was ich will - und nicht für das, was sich gut liest; und möglichst nicht irritiert.
Und dafür muss ich vor allem mal

weg von Social Media, weil da bloß das angepasste und für den Leser abgeflachte, Unterhaltsame angesagt ist.




20.20




Bevor ich anfing zu bloggen, also vor mittlerweile fast 7 Jahren, hatte ich mir im Editor eine Textdatei angefertigt mit ungefähr 50 Ideen, die mir zum Thema Mädchenkram/ Styling-Ideen/ meine vorhandene Schminksammlung einfielen, die ich auch untereinander kombinieren konnte und wollte - und nur dafür habe ich den Blog damals aufgesetzt... um diese, meine, ureigensten Ideen einfach nur irgendwo kreativ umsetzen zu können. Es ging mir beim Beautybloggen anfangs eigentlich immer nur darum, etwas mit den Dingen zu machen, die ich bereits besitze: ich hatte auch gar kein Interesse daran, Neues anzuhäufen, nur damit andere sich darüber informieren können und es nicht selbst kaufen und ausprobieren müssen.

Und dann fand ich noch, dass Blogs eine gute Fundgrube für zeitlos aktuelle Tipps und Tricks sein könnten... Und genau das ist es auch, wie ich mir mein persönliches Beautyblog-Universum immer vorgestellt hatte: eher umgebaut zu einer Website, in der wiederkehrende Themen und auch Techniken jedes Jahr aufs Neue passend hervorgeholt werden können, denn... grob gesagt braucht es bei bestimmten Dingen (wie eine Anleitung zur Maniküre oder ein einfacher Herbstlook, etc) nicht 5000 verschiedene Varianten davon, sondern genau eine: in etwa so, wie es auch bei einem gedruckten Buch zu dem Thema der Fall wäre.

Und das habe ich nach wie vor alles nicht abgehakt.. und vor allem nicht, was mit als einer der ersten Kategorien auf meinem Blog geplant war: "show me all your....." → das heißt, das Zeigen meiner gesamten Sammlung, weil ich den Blog einfach für mich als Makeup-Katalog bzw. Produkt-Inventar nutzen wollte, um die vorhandenen Sachen aufzulisten und auch fotografisch vergleichen zu können - um z.B. zu sehen "Wow, den braunen Lidschatten habe ich jetzt aber eigentlich schon dreimal!"




Wenn ich heute auf meine gesamte Zeit in dieser Bloggosphäre zurückblicke, dann denke ich: "Ja, es war ein schöner Ausflug in diese Welt, aber ich habe mich selbst nie als der klassische Beauty-Blogger gesehen... ich bin und war immer ein Außenstehender,  der nur mal hereingeschaut hat..." und der viel eher ÜBER Beauty-Blogs und den Beauty-Blogger an sich geschrieben hat. Ich habe nämlich immer - vor wie auch auch nach dem Einstieg ins Bloggen -  mehr 'im Außen' als im Inneren dieser nur vorgestellten Welt gelebt.. und ich habe schon immer und in noch viel mehr Bereichen als diesem kreativ gearbeitet. Das Blog-Projekt war nur eines, was ich geplant hatte, im sich ewig drehenden Kaleidoskop meiner Ideenwelten. 

Und konkret für diese Plattform hatte ich mal Pläne, die sich vor allem gemütlich anfühlten - sollten sie auch! Grob gesagt war es nie mein Anliegen, auf dem Blog irgendetwas vor allem für andere zu tun, sie weder zu bespaßen noch zu informieren noch anzuleiten: der Blog sollte eigentlich etwas für mich sein.. und dafür ist es nötig, dass ich mir weniger Gedanken darum mache, was andere wollen oder was für Sie interessant oder hilfreich sein könnte. Und dieser Hintergedanke verändert natürlich alles!
FALLS ich also 2020 weiter blogge, dann würde ich versuchen, mich nur noch auf Themen und Formate zu fokussieren, die nicht Leser-zentriert sind; um eben vor allem meine Vorstellung von einem Online-Makeup-Inventarbuch umzusetzen.. damit es hier endlich so gemütlich wird wie in meiner Vorstellung... damit das hier wie meine persönliche Frisier- und Schminkecke sein kann, nur eben digital. 





4 Kommentare:

  1. Ich finde das einen super guten Ansatz! Ich verfolge aus dem Grund auch viele Leute aus der Panning-Community auf Instagram - einfach um benutztes, echtes Makeup zu sehen. Ich möchte doch auch nicht dauernd neue Sachen kaufen, sondern lieber mal bei dir Ideen holen, wie ich mit meinen aktuellen Produkten Techniken und Kniffe umsetzen kann.
    Ich freu mich auf alles was da so kommt! Hat für mich dann eher das Feeling nach Schmink-Talk mit einer Freundin als Verkaufsveranstaltung - genau so mag ich das! Alles Liebe, Lisa :-)

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    1. Danke Lisa!!

      Dein Ausspruch 'eher das Feeling nach Schmink-Talk mit einer Freundin als Verkaufsveranstaltung' hallt mir oft im Kopf nach aktuell :)

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  2. Ich finde es gut das du wieder mehr bei dir sein möchtest. Quasi zurück zum Anfang. So wie es sein muss. Dein Projekt, an dem du andere, wenn du möchtest, teilhaben lässt. Es ist dein Blog. Und es heißt nicht "unser" Blog. Deine Ideen, dein Inventar, deine Fotos. Ohne deine Idee, diesen Blog aufzubauen, hätten andere und ich auch, keine Unterhaltung gehabt. Danke!
    Und danke, dass du bei dir geblieben bist und nicht angefangen hast, mir irgendeinen "Staubsauger" aufzuschwatzen, den ich garnicht haben will!

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    1. Schatz, es ging damals um Laminat, weißt du nicht mehr? Und um Pools.. aber nix von Max Factor *höhö*

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