Backen im Advent | Quarkstollen

Freitag, 18. Dezember 2020

Ihr wisst ja, ich propagiere beim Backen fast immer #hefeteigandiemacht: so natürlich auch im Advent und in der großen Weihnachtsbäckerei! Wer angesichts dieses Titels jetzt sofort denkt: "Kann ich nicht!!" oder aber auch "Stollen? JETZT noch?!", dem möchte ich sagen:

verzaget nicht, das hier ist ein Weihnachtsgebäck für Schnellentschlossene.. und ebenso etwas für echte Stollenhasser (wie mich), die partout nicht verstehen können, wie irgendjemand auf diesem Planeten einen Faible für uraltes steinhartes gut abgelagertes Trockenbrot haben kann, was zudem noch mit viel Zitronat verpestet wurde! 😵




Denn dieser, unser, ureigenster Familienstollen ist all das nicht, ganz im Gegenteil: er ist weich, er ist saftig, er kann mit oder ohne Trockenfrüchte zubereitet werden UND er wird am besten ganz frisch gegessen.. #noneed das Ganze also noch ein paar Wochen vermodern liegen zu lassen, bis es dann endlich mal 'schmackhaft' (grauselig!!) ist!!


Der Trick ist, meiner Meinung nach, der Quark: der sorgt für die richtige Portion Klunsch im Inneren des warmen Laibs. Ich weiß zwar nicht, ob 'klunschig' im Duden steht und somit ein richtig deutsches Wort ist, aber bei uns bezeichnet es die noch nicht ganz durchgebackene Teigmasse, die sich meist noch zu einem Rest im Inneren des Kuchens befindet..
wenn er denn schön feucht war! Und das ist er eben, dank des Quarks! Der Rest ist keine große Kunst: wer sich in der Lage fühlt, einen normalen Hefeteig anzurühren, der schafft das hier auch. Für alle Hefeteiganfänger schreibe ich aber auch die Tipps dazu, die meine Hefeteige gelingsicher machen. Die Zubereitungszeit hält sich übrigens ebenfalls in Grenzen: wer gegen 14 Uhr anfängt, kann spätestens um 16:30 Uhr zum Adventskaffee den noch warmen Kuchen anschneiden :)


Und nun: lasset das Kneten beginnen! #hefeteigselbstgemacht




Zutaten:

  • 500g Mehl (Hälfte Vollkorn, Hälfte Weißmehl geht gut)
  • 40 g frische Hefe 
  • 4 Esslöffel Milch 
  • 125 g Butter 
  • 150 g Zucker 
  • ein halber Teelöffel Salz 
  • 2 Eier 
  • 150 g Quark 
  • ein Päckchen Vanille-Zucker 
  • außerdem: extra Butter und ein Päckchen Puderzucker

Wichtig: alle Zutaten zimmerwarm verarbeiten → Eier also vorher rauslegen, Butter in der Mikrowelle leicht warm machen und *die Milch auf 'handwarm' erwärmen - ich mache das immer in der Mikrowelle. Mein TIPP zur Temperaturprobe: wenn sie sich deutlich warm anfühlt (sauberen Finger reinstecken), ist sie zu warm. LAU ist das Stichwort, also sie soll sich von eurer Körpertemperatur nicht groß unterscheiden. Deswegen erwärme ich immer nur einen Teil der Milch und gieße dann mit kalter Milch auf die erforderliche Menge auf, so kann ich nachträglich die Temperatur runterregeln. 

Zubereitung:

Zuerst die Hefe mit einem Löffelchen Zucker zusammen in der *lauwarmen Milch auflösen und 10 Minuten abgedeckt stehen lassen. Währenddessen 2/3 des Mehls, die warme Butter, den Zucker, das Salz und die Eier (Zimmertemperatur) in eine Schüssel geben, dann die in der lauwarmen Milch aufgelöste Hefe hinzufügen; alles verkneten (dabei gilt: je länger, je lieber hat es der Teig → wer einen willigen Küchensklaven da hat, stellt ihn dafür ab und stellt eine Küchenuhr auf 5-8min ein), dann warm gestellt gehen lassen. Mein TIPP: ich mache das über einem Wasserbad, dafür einfach Wasser erwärmen und die Teigschüssel oben drauf stellen. Darauf achten, daß die Schüssel NICHT im Wasser hängt wie bei einem echten Wasserbad, sondern nur oben drüber schwebt. Der warme Wasserdampf erledigt den Rest. Die Schüssel oben gut abdecken, mit Haushaltsfolie oder einem passenden Teller, der am Rand abschließt, dann mit mehreren Tüchern umwickeln, also richtig unter die Schüssel schlagen. Je feucht-wärmer es da drunter wird, desto wohler fühlt sich der Teig, also lasst so wenig Feuchtigkeit entweichen wie möglich. Nach 40 min kann man mal nachsehen, sonst gern bis zu 60 min gehen lassen.
 
Anschließend den durchgestrichenen Quark mit Vanillezucker glattrühren und mit dem gut gegangenen Teig und dem restlichen Mehl gründlich verarbeiten; wer möchte, kann zuletzt noch 150g Rosinen (oder auch Cranberries) unterheben.
Den nicht zu weichen Teig zu einem Brot formen, in der Mitte längs 1 cm tief einschneiden und nach kurzem Gehen etwa 45 Minuten bei 180° Grad backen. 




Und dann muss das Früchtebrot noch mit einer ordentlichen Ladung Puderzucker paniert werden, damit auch ein Stollen draus wird!
Dafür wird der noch warme Laib (am besten direkt nachdem er aus dem Ofen gekommen ist), mit Butter eingestrichen (einfach ein Stück draufpacken und mit einem Messer verstreichen, so, wie ihr auch eine Stulle buttern würdet) - diese schmilzt dabei von ganz allein und dient als Klebstoff für den Puderzucker. Den siebt ihr dann über die noch nass-glänzende, fettige Oberfläche und zwar so viel, bis der Stollen komplett eingeschneit aussieht. Erinnert mich hier an ein kleines Faltengebirge mit schneebedeckten Gipfeln! 
Wenn der Puderzucker nicht mehr durch die Butter aufgesaugt wird, sondern trocken obenauf liegen bleibt, habt ihr es genug schneien lassen und könnt euren Quarkstollen abkühlen lassen.






Oder aber ihr wartet gar nicht, bis er ganz ausgekühlt ist sondern esst ihn noch lauwarm, am besten garniert mit - na, was wohl - Quark 😉 Mama reicht dazu immer (nur mit etwas Milch glattgerührten) Quark ohne alles. Und ich mag die Kombination aus etwas leicht saurem, Kalten und etwas warmem, Süßen seeeeehr gern!


"Kuchen backen, Äpfel braten,
Süße Düfte im Advent, Freude im Advent!"

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

ACHTUNG: Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z.B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google

Kommentare, die Werbung oder Links mit der klaren Absicht zur Werbung enthalten, werden vor Veröffentlichung aussortiert und ohne Ankündigung gelöscht.

Back to Top